One More Sculpture

"One More Sculpture"

Theresia Fauland-Nerat
Marjan Laznik

Die zwölf Photoarbeiten » One More Sculpture« sind das Ergebnis einer synergetischen, doppelten Schaffensinspiration der Malerin, Bildhauerin, Restauratorin und Kunsthistorikerin Mag.phil. Theresia Fauland- Nerat aus Graz und dem Berufsphotographen Marjan Laznik aus Marburg / Maribor.
Die Arbeiten bedeuten zugleich eine Vervollständigung des mehrjährigen internationalen Kunstprojektes »The four Seasons - Two Continents », das vor einiger Zeit von der Künstlerin in verschiedenen Ausstellunsräumen sowohl in Österreich , als auch in Mexico gezeigt wurde. one sculpture more Im Oktober 2010 zeigte Theresia Fauland Nerat in der Galerie Media Nox /Maribor (MKC) im Rahmen einer Personalausstellung, genannt "The Four Seasons First, Than Violet" ihre Plastiken aus dem erwähntem Projekt (The four Seasons) zusammen mit dem Werkzyklus Violetter-Bilder in Acryl auf Leinwand (dann Violett). Die violette Farbe bezeichet die neueste monochromatische, abstrakt- assoziative Schaffensperiode der Künstlerin.
Ungewöhnliche, manchmal "gefiederte", serpentinen ähnliche Formen werden dargestellt, die einerseits an organische, stark stilisierte Reptilliendarstellungen oder an Serpentinien erinnern, andererseits aber im Malgrund als schwebende, angehäufigte Vogel- oder Engelfeder interpretiert werden können, alles in verschiedenen freien Kompositionen angeordnet. Dagegen zeigen sich kontrastvoll ihre Plastiken, die als gegliederte antropomorfe, zoomorfe und vegetabile Aglomerationen grösserer Dimensionen mit symbolischer Bedeutung in verschiedenen Materialen dargestellt werden. Stylistisch in der Richtung einer Synthese zwischen der organischen und geometrischen Abstraktion. Zugleich schafft die Künstlerin im Zusammenhang mit ihrer Ausbildung als Restauratorin ganz einzigartige, kreativ entworfene Möbelskulpturen im Sinn einer Grenzüberschreitung zur surrealistischen Interpretation der Wirklichkeit. Bei der gegenwärtigen Projekt gelang es dem Photographen Marjan Laznik und der Künstlerin Theresia Fauland Nerat ein harmonisches Zusammenspiel verschiedenen Ausdrucksformen zu schaffen, wobei sich die Künstlerin als fünfte Skulptur selbst (One Sculpture More) präsentiert. Bei den symbolischen Abbildungen der vier Jahreszeiten mit phantasiereichen Bezeichnungen:
Mirrow of Spring – Summerwind - Lady of Autumn - Angel of Winter
übernimmtTheresia Fauland-Nerat die Rolle des fünften Jahreszeit (The Fifth Season)one sculpture more Das war der Arbeitstitel der Ausstellung, da sich die Künstlerin als Personifizierung der in der Wirklichkeit nicht existierenden fünften Jahreszeit abbilden läßt. Dabei steht im Vordergrund die intime Verbindung mit ihren stark autoreflexiv gestalteten Kunstwerken, was der Photograph Marijan Laznik durch sein Photoobjektiv erfolgreich zum Ausdruck bringt, und im Hintergrund die Kombination von körperlicher und abstrakter Skulptur.
Das Photographische Opus Marijan Lazniks umfasst unzählige dokumentare und kreative Photoarbeiten, Porträts, Landschaften und Naturmotive, sowohl in der Schwarz-Weiss als auch in der Farbtechnik. Seine neueste Schaffensperiode wird durch häufige Anwesendheit an verschiedenen Künstlerkolonien gekennzeichnet, wo er sich in der Gesellschaft von MalerInnen und BildhauerInnen auch selbst in einen kunstschaffenden Autor verwandelt, obwohl mit einem andersartigen Werkzeug arbeitend. Zahlreiche Ausstellungen und Preise begleiten sein künstlerisches Arbeiten.
Mit derart mannigfaltigen Berufserfahrungen konnte der Photograph die Idee der Künstlerin, den menschliche Körper, Ursprung der skulpturellen Abbildung ,als Frauenakt unter ihren Skulpturen abbzubilden, erfolgreich realisieren.
So konnte die Künstlerin ihre existenzielle (physische, emotionelle, geistige) Verbindung mit ihren Kunstwerken hervorheben und von der dreidimesionalen in die zweidimensionale Abbildung verwandeln, da es sich (nach ihren Worten) bei den künstlerischen Tätigkeiten um einen der intimsten menschlichen Schöpfungsakt überhaupt handelt.
Marjan Laznik fokusierte sich deshalb überwiegend auf ihre durchdringenden Augen und gestaltenten Hände, gleichzeitig sich mit Kontrastefekten von Licht und Schatten, teilweise mit scharfen oder sfumatto Übergängen, spielend. Allerdings handelt es sich hierbei um eine klare Reminiszenz auf die klassische Ikonographie, wo das Auge und die Hand ein Spiegelbild der Seele präsentieren, die Schatten zugleich aber einen ewigen Kampf zwischen Gut und Böse symbolisieren.

Mario Berdič Codella, Kunstkritiker, Maribor 2010